Norrland

Norrland – eine kurze Reise in den Norden Schwedens

Stockholm, Göteborg, der Schärengarten, Lindgrens Småland sie alle sind schöne Reiseziele, aber für manche beginnt das richtige Leben am Nordufer des Dalälven, dem Tor zu Norrland. Norrland ist die mit Abstand größte der 3 Regionen Schwedens, jedoch leben hier weniger Menschen als in Großstockholm. Die Entfernungen hier sind ebenso lang wie der Winter oder die Sommertage. Das richtige Abenteuer in Schweden beginnt aber oft genau hier.

Von Gävle nordwärts

Auf einer Reise durch Norrland beginnt man für gewöhnlich immer entlang der E4 mit Gävle. Gävle genießt einen durchaus besonderen Status. Hier gibt es eine Hochschule, Traditionen wie den alljährlichen Weihnachtsbock und Brynäs ist mehr als nur ein Eishockeyverein. Mit 71 000 Einwohnern ist sie auch eine der größten Orte in Norrland. Weiter geht es über das verträumte Söderhamn und Hudiksvall entlang der Küste, vorbei an einsamen Bauernhöfen und kleinen Dörfern bis nach Sundsvall.

Sundsvall – die heimliche Hauptstadt Norrlands

Sundsvall war immer schon ein wichtiges Handelszentrum. Vor allem die Holz- und Papierindustrie sind von besonderer Wichtigkeit. Die Stadt gilt unter so manchen Einwohnern sogar als heimliche Hauptstadt Norrlands, was im Rest der Region durchaus weniger positiv aufgenommen wird. Hier begannen im 19. Jahrhundert die ersten Aufstände unter den Arbeitern und 1888 brannte die Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau brachte Sundsvall sein heute modernes Stadtbild ein.

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Über Härnosand und die Höga Kusten

Immer noch auf der E4 fährt man weiter über Härnosand über die Höga-Kusten-Brücke die sich majestätisch über den Ångermanälven streckt in ein richtiges Weltkulturerbe der Hohen Küste. Hier erhebt sich das Land förmlich aus dem Meer und die zauberhaften Hügel und das klarblaue Wasser geben diesem Teil Norrlands einen ganz besonderen Charakter.
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Kulinarische Besonderheiten in Norrland – der Surströmming

Von dem kleinen Dorf Docksta aus kann man die Gegend perfekt mit dem Auto entdecken und regionale Köstlichkeiten wie den Surströmming probieren. Für den Genuss dieser Spezialität bedarf es jedoch einigen Mut und Überwindung, denn das Aroma ist nicht gerade jedermanns Sache.

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Docksta in Norrland im Sommer

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Docksta in Norrland im Winter

Skuleskogens Nationalpark – beinahe unberührte Natur im Norden Schwedens

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Unberührte Natur in Skuleskogens Nationalpark in Norrland

Skuleskogens Nationalpark lädt zum Wandern ein. Beinahe unberührte Natur und ungewöhnliche Steinformationen werden hier dem Besucher zugänglich gemacht. Und ganz gleich wie lange man wandert, fast überall genießt man eine atemberaubende Aussicht. Für all jene, die weniger Zeit zur Verfügung haben oder einfach etwas weniger gehen wollen, steht in Docksta ein Lift auf den Skuleberget bereit.

Die Reise geht weiter bis zum wichtigsten Hauptort der Region Örnsköldsvik, von den Einheimischen einfach Ö-vik genannt. Die Stadt lädt mit seinen kleinen Straßen und Geschäften zum Verweilen ein. Wer zur Eishockeysaison anreist, darf sich ein Spiel von MoDo-Hockey nicht entgehen lassen. Legenden wie Peter Forsberg, Markus Näslund sowie die Sedin-Zwillinge begannen hier ihre Karriere und für die gesamte Region ist Eishockey vielleicht nicht alles, aber das Einzige.

Die Universitätsstadt Umeå – das Bildungszentrum Norrlands

Entlang der Küste geht es bis zur Universitätsstadt Umeå. Im nördlichen Teil Norrlands ist sie die mit Abstand größte Stadt. Sie ist auch ein wichtiges Bildungszentrum. An der Universität werden nicht nur Rechtswissenschaften und Medizin studiert, sondern viele andere Fächer stehen hier auf dem Programm. Die Stadt wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts Opfer eines russischen Überfalls und brannte im gleichen Jahr wie Sundsvall, 1888, nieder und wurde wieder neu aufgebaut.

Ungewöhnliche Steinformationen in Skuleskogens Nationalpark

Ungewöhnliche Steinformationen in Skuleskogens Nationalpark

Über Piteå nach Luleå

Über Piteå mit seinem berühmten Meerbad geht es weiter bis nach Luleå. Hier klopft man bereits am Polarkreis an und die Sommertage vergraulen jede Dunkelheit. Die wunderschöne Altstadt verzaubert mit seinen Holzhäusern jeden Besucher. Darüber hinaus gilt Luleå als Technologiezentrum und die Technische Universität bildet junge Talente aus. Hier ist man auch bereits nahe der finnischen Grenze, jedoch setzen wir unsere Reise von jetzt an durch das Landesinnere über den Polarkreis in das Landesinnere bis nach Kiruna fort.

Kiruna – die zweitgrößte Gemeinde der Welt

Kiruna ist flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde weltweit. Hier ist man der Einsamkeit nahe und man macht sich wenig aus Stockholm liegt doch die Hauptstadt über 1500 km weit entfernt. Kiruna wurde ursprünglich rein zum Zwecke des Erzabbaus gegründet was auch heute noch die bei Weitem wichtigste Einnahmequelle der Stadt ist. Die Erzgrube ist für jeden Besucher zugänglich und bietet einen spannenden Einblick in die Technik sowie die Veränderungen die die Zeit im Laufe der Jahre mit sich brachte.

Kiruna verfügt flächenmäßig über eine gewaltige Ausdehnung

Kiruna verfügt flächenmäßig über eine gewaltige Ausdehnung

Tourismus in Kiruna – Eishotel, Kebnekaise und die Samen

Egal, ob lange Sommertage oder dunkle Winternächte hier, gibt es für Touristen immer etwas zu tun. Von Kiruna aus ist das berühmte Eishotel nicht weit und das 70 km entfernte Nikkaloukta ist der Start für Wanderungen auf das Dach Schwedens dem Kebnekaise. Hier ist man bereits mitten in Lappland und die Kultur der Samen ist allgegenwärtig.

Norrlands Landesinnere – hier offenbart sich Schwedens wahre Größe

Jedoch hat Norrland nicht nur an der Küste etwas zu bieten. Durch das Landesinnere gelangt man über hohe Berge und weite Täler bis nach Östersund, dem geographischen Mittelpunkt Schwedens. Von hier aus ist es nach Malmö genauso weit wie nach Kiruna und in dieser Stadt wird jeden bewusst, wie groß das Land eigentlich ist.

Im Freilichtmuseum Jamtli bekommt man einen Einblick in die Vergangenheit der Region und die kulturellen Gemeinsamkeiten zwischen Östersund und Trondheim. Das reicht bis hin zu einen eigenen besonderen Dialekt dem Jämtska. Selbst der wunderschöne Störsjön beherbergt so manches Geheimnis. So sind die Bewohner Östersunds davon überzeugt, dass in diesem See seit langer Zeit ein Seeungeheuer wohnt. Gesichtet wird es besonders zu Midsommar und hin und wieder auch zur Zeit des Yran Festivals das jedes Jahr mit zahlreichen Musikevents Besucher aus ganz Skandinavien anlockt. Auch die Natur Jämtlands ist besonders und die Berge laden im Sommer zum Wandern und im Winter zum Skifahren ein. Warum nicht die Abfahrten der Skistars in Åre entdecken?
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Fazit: Norrland für Besucher und Reisende

Wie man es dreht und wendet, Norrland ist einfach immer eine Reise wert. Nirgendwo in Schweden ist die Natur unberührter und sind die Entfernungen größer. Und entgegen einer weitverbreiteten Meinung der übrigen Schweden sind die Norrlänningar sehr offene und freundliche Menschen. Hier ist das Interesse füreinander groß und eine helfende Hand ist immer da, wenn man sie einmal braucht. In Norrland scheint die Zeit manchmal stehengeblieben zu sein, fernab vom Stress der Großstädte.